Wilder Frieden

Wilder Frieden

war der Titel unserer ersten Mann-Frau-Begegnungsgruppe im Jahr 2000. Seitdem haben wir zusammen mit vielen Menschen, Singles und Paaren, die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen den Geschlechtern erforscht, wobei sich für uns eine spezielle Dynamik in der Beziehung zwischen Mann und Frau widerspiegelt: sie lebt und wächst (mit jeweils wechselnden Rollen) zwischen dem Streben nach Autonomie und dem nach Verbindung, zwischen der kämpferischen „wilden" Seite und entspanntem, liebevollem Frieden. Der Begriff „Wilder Frieden" umfasst zwei gegenläufige, aber aufeinander bezogene Bewegungen und macht die Quelle und das Ziel unserer Arbeit deutlich.

Wilder Frieden

steht für die Chance eines neuen Selbstbewusstseins von Männern und Frauen, das seine Kraft nicht aus dem Gegeneinander der Geschlechter schöpft, sondern aus einer neuen Begegnungskultur, einer Art „Geschlechterdemokratie". Die traditionellen Rollenvorgaben haben in den letzten 40 Jahren an verhaltensbestimmender Macht verloren. Frauenunterdrückung und Männerverachtung gehören weitgehend der Vergangenheit an, stattdessen sind für immer mehr Menschen Selbstbestimmtheit und freie Beziehungs­gestaltung möglich. Aber wie wird diese Freiheit von ... zu einer Freiheit zu ... genutzt? Da existieren noch wenig konkrete Vorstellungen! Oft tut sich ein Abgrund an Unsicherheiten und Ängsten auf, den populärwissenschaftliche Orientierungshilfen („Männer kommen vom Mars, Frauen von der Venus"), Leitbilder der Spaß- und Konsumgesellschaft in Film und Werbung oder gar der rückwärtsgewandte Blick nach alten Werten (Frauen zurück an den Herd) bereitwillig füllen.
Wir wollen Männer und Frauen in ihrer Suche nach einem individuellen, selbstbestimmten und selbstbewussten Lebensweg bestärken. Dazu gehört vor allem auch eine beständige Verbindung mit dem eigenen Selbst, mit allen seinen Facetten und innerem Reichtum. Nur im Kontakt mit mir selbst kann ich auf komplexe Herausforderungen flexibel reagieren und die vielfältigen Aufgaben modernen Lebens bewältigen.
Für Paare kann es wichtig sein, in unseren Paarseminaren Missverständnisse aus dem Weg zu räumen, die die emotionale Bindung und persönliche Entfaltung behindern.

Wilder Frieden

beinhaltet auch ein lebendiges, lustvolles Miteinander von Mann und Frau: In der respekt­vollen Begegnung können Verständnis und Mitgefühl für die unterschiedlichen Denk-, Fühl- und Verhaltensweisen entstehen. Dabei können sich Männer und Frauen gegenseitig unterstützen, sich als gleichwertig anzuerkennen, ohne die Unterschiede aufzulösen, die ja gerade den Reiz und die Anziehung zwischen den Geschlechtern ausmachen.
Dies gilt im Besonderen auch für dauerhafte Partnerschaften, für die allermeisten Menschen immer noch das wichtigste Kriterium für ein glückliches Leben. Aber auch in der Liebes­landschaft der Paare hat sich viel verändert: Die Bedeutung von Paarbeziehungen hat sich von der Schicksals- und Wirtschaftsgemeinschaft verlagert hin zu emotionaler Erfüllung und dauerhafter Intensität (auch in Erotik und Sexualität). Dies bringt neben der neuen Verheißung vor allem viel Unsicherheit mit sich, was denn eine Partnerschaft leisten kann und soll. Statt sich in diesem schwierigen Findungsprozess mit Respekt und Neugierde zu begegnen und zu unterstützen, landen viele Paare bei tiefen Missverständnissen und schmerzhaften Verletzungen bis hin zur Trennung. Oder sie finden sich mit einer schlechten Beziehungsrealität ab, geben eigene Bedürfnisse zu Gunsten „fauler" Kompromisse auf und langweilen sich schließlich miteinander (auch im Bett). Das verbreitete romantische Liebes­ideal, bei dem nur die Richtige/der Richtige gefunden werden muss, um ständig in Seelenverwandtschaft und „heiligem Eros" zu schwelgen, hilft da auch nicht recht weiter!

Mit unseren Angeboten für Paare wollen wir Mann und Frau darin unterstützen, lebbare Visionen zu entwickeln und alltagswirksame Kompetenzen zu erwerben, die den Anspruch zwischen Ideal und Wirklichkeit überbrücken helfen. So kann eine tiefe Herzensverbindung und aufregender Sex entstehen, aber auch konstruktives Streiten und Selbstbehauptung geübt werden. Dazu haben wir ein Modell von romantischen, kämpferischen, pragmatischen und reifen Phasen der Liebe entwickelt, das Krisen als notwendige Übergänge und Chance zur Weiterentwicklung versteht. Ein besonderes Anliegen ist es uns auch, dass Paare sich verstanden und gut aufgehoben fühlen, die in langjährigen Beziehungen leben und immer wieder vor der Herausforderung stehen, ihre Liebe (und Sexualität!) wach zu halten und neu zu erfinden. Dazu bieten wir spezielle Paarseminare in Hamburg sowie ein mehrtägiges Paar-Coaching in unserem Haus in der Toskana an (Ars Amandi).

Wilder Frieden

entwickelte sich aus unserer jahrelangen psychotherapeutischen Erfahrung als ein integrativer Ansatz, in dem sowohl die körperlichen und emotionalen, wie auch die rationalen und spirituellen Aspekte von Mann- bzw. Frau-Sein und von Mann-Frau-Beziehungen erfasst und gefördert werden. Dazu verwenden wir je nach Bedürfnis und Problemschwerpunkt die verschiedensten Übungen zum körperlichen Wohlbefinden, zur Sensibilisierung der Sinne und zum kreativen Selbst-Ausdruck, Tanz und Meditation, tantrische Energiearbeit und Methoden der Sexualtherapie, spezielle Übungen zum vertieften Mann-Frau-Dialog und tiefen­psycho­logischer Beziehungsanalyse sowie systemische Aufstellungen und Familienstellen.

Weiterbildung für Therapeuten

Seit 2006 fühlen wir uns reif und kompetent genug, unsere Erfahrungen auch an Kollegen und Kolleginnen weiter zu geben und bieten dazu Fortbildungsseminare und Supervisionsgruppen an – ab 1.1.20015 als Norddeutsche PaarAkademie.